Das Taschentuchlabor: Impulszentrum für Integrierte Bioanalyse

Förderzeitraum: 1.10.2009 - 30.09.2014

Noch sind sie nicht auf dem Markt angekommen: Die Labore, die nur Scheckkarten-klein in der Hosentasche Platz finden und ganze chemische Analysen durchführen sollen. Aber schon wird bereits an der nächsten Generation der Diagnostik geforscht - die molekular integrierte Analyse, die sich in einen Zwirnfaden einspinnen und in Textilien oder Hygienetüchern verarbeiten lassen soll: Ein "Taschentuchlabor". Daher arbeiten im gleichnamigen Projekt vierzehn Partner aus Wissenschaft und Industrie an der Entwicklung von neuartigen Biosensoren, mit denen Krankheitserreger sofort und ohne komplizierte Aufreinigung detektiert werden können. So sollen biochemische Bindungsreaktionen ohne Umwege sichtbar und für die Diagnostik nutzbar gemacht werden.

Das Potential einer dritten Generation von Biosensoren für eine frühe Infektionsdiagnostik wurde ebenfalls vom BMBF erkannt und wurde durch die Förderung des "Taschentuchlabors" im Rahmen der Initiative "Spitzenforschung und Innovation in den neuen Ländern" unterstützt.

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T(h)era Diagnostik

Die Forschungsplattform ist ein „Leuchtturmprojekt“ innerhalb der gemeinsamen Innovationsstrategie der Länder Berlin und Brandenburg und verfolgt die Entwicklung diagnostischer Mikrosysteme, die sämtliche präanalytischen, analytischen und postanalytischen Prozesse auf einem Mikrochip integrieren und die gewonnenen Informationen drahtlos an einen geeigneten Datensammler (z.B. elektronische Patientenakte) übermitteln.

Die Plattform wird aus den zwei Projektverbünden „TeraSens“ und „TeleDiagnostik“ gebildet, in denen jeweils die Miniaturisierung bzw. die Vernetzung von Biosensoren für unterschiedliche Anwendungen in der Früherkennung und Akutüberwachung von Patienten verfolgt wird. Derartige Systeme könnten in der Notfallmedizin (im Krankenwagen), der kontinuierlichen Überwachung von Intensivpatienten aber auch für die ambulante Patientenbetreuung zu Hause oder im außerklinischen Bereich wie in der Keimüberwachung in Klimaanlagen eingesetzt werden.

Die technische Realisierung erfolgt durch Spezialisten der bisher weit getrennt arbeitenden Disziplinen Halbleitertechnologie und Biotechnologie. Ermöglicht wird dies durch eine enge Kooperation zwischen dem Fraunhofer IBMT in Potsdam, dem IHP Frankfurt (Oder), der Universität Potsdam sowie den in der Region ansässigen Industrieunternehmen BRAHMS AG, MEYTEC GmbH und LIMETEC Biotechnologies GmbH.

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